Eine kleine Geschichte zum Nachdenken

Unser Leben und Zusammenleben wird durch grundsätzliche Regeln und Vorschriften geordnet.
Das gilt z.B. für den Straßenverkehr – stellen wir uns mal folgendes vor.

Ihr Nachbar fährt immer mit 60 km/h durch die 30iger-Zone, blinkt nie beim Anbiegen und parkt immer auf der Feuerwehrzufahrt vom Kindergarten.
Das beobachten Sie jeden Tag , immer und immer wieder.

Darauf angesprochen versucht er sich rauszureden und beteuert „Das war eine Ausnahme – ein Versehen sozusagen! Ich halte mich immer an alle Vorschriften! Fahre nie zu schnell! Parke nur dort wo es erlaubt ist! Glauben Sie mir bitte, ich bin wirklich ein Vorbild im Strassenverkehr!“

Glauben Sie ihm das?!? Wohl eher nicht.

Solche grundlegenden Regeln und Vorschriften gibt es auch für den Onlinehandel mit Sporternährung und Nahrungsergänzungsmitteln.

Preisangabenverordnung
Die PAngV regelt ziemlich eindeutig und verständlich wie Preise im Internet angezeigt werden müssen.
So muss z.B. bei Lebensmitteln immer der Grundpreis angegeben werden. Wie das zu geschehen hat ist klar geregelt.
Der Grundpreis muss, bei nach Gewicht oder Volumen verkauften Produkten, pro kg oder Liter angegeben werden und kann bei Produkten mit bis zu 250 g oder ml pro 100 g oder ml angegeben werden.
Eine Angabe pro Kapsel ist z.B. nicht vorgesehen und damit falsch, da auch Kapselprodukte grundsätzlich nach Gewicht verkauft werden.

 

Health Calim Verordnung – Gesundheitsbezogene Angaben
Seit Einführung der HCVM sind Gesundheitsbezogene Angaben zu Produkten nur noch erlaubt, wenn diese von der EU zugelassen sind.
z.B. „Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.“ oder „Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.“

Diese sogenannten Health Claims müssen genau so verwendet werden wie von der EU vorgegeben.
„Vitamin K trägt zur Erhaltung gesunder Knochen bei.“ ist laut aktueller Rechtssprechung nicht zulässig.

Nicht von der EU erlaubte Aussagen sind nicht zulässig.

 

Lebensmittelinfoamtionsverordnung
Die LMIV regelt sehr eindeutig welche Informationen auf einem Produktetikett zu stehen haben.

Das sind z.B.

  • eine Zutatenliste – diese muss zwingend mit dem Begriff „Zutaten:“ gekennzeichnet werden.
    Begriffe von Inhaltstoffe oder Nährstoffliste sind nicht zulässig
  • Kennzeichnung von potentiellen Allergenen. Allergene sind in den Zutaten durch Hervorhebeung zu kennzeichnen.
  • Nennung des Herstellers mit voller Anschrift
  • uvm.

Im Onlinehandel müssen alle diese Informationen dem Kunden vor Vertragsabschluß zur Verfügung gestellt werden. Gehören also in die Artikelbeschreibung oder auf eine Abbildung des Produktetikettes.

Die Preisangabenverordnung, die Health Calim Verordnung und die Lebensmittelinfoamtionsverordnung sind grundlegende Regeln für den Handel mit Sporternährung und Nahrungsergänzungsmitteln.

Leider müssen wir sehr oft gerade bei kleineren oder besonders günstigen Anbietern feststellen, das diese grundlegenden Regeln nicht eingehalten werden.

Da fehlen z.B. die Grundpreise, die Zutaten sind falsch gekennzeichnet oder nicht vorhanden, die Allergenkennzeichnung ist fehlerhaft oder die Adresse des Herstellers fehlt.

Mir persönlich fällt es schwer zu glauben, das diese Anbieter alle anderen Regeln einhalten und z.B. bei den Inhaltstoffen nicht auch die Regeln „etwas verbiegen“.
Zumal diese Anbieter oft das „beste Produkt“ zum günstigsten Preis anbieten.

Ja auch unseriöse Anbieter können sich an diese Regeln halten, jedoch ist mir kein seriöser Anbieter bekannt, der diese Regeln nicht einhält.