Magnesiumstearat

Immer wieder hören wir von Interessenten: „Ich würde ja gerne ihr Produkt kaufen, aber leider enthält es Magnesiumsterat, das verklebt den Darm und behindert die Aufnahme von Nährstoffen.“

Ist Magnesiumstearat, in der Zutatenliste mit „Magnesiumsalze der Speisefettsäuren“ gekennzeichnet, wirklich so gefährlich??

Was ist Magnesiumstearat?
Magnesiumstearat ist ein Salz, welches zu 96 % aus Stearinsäure und zu 4 % aus Magnesium besteht und im Körper in seine Bestandteile Magnesium und Stearinsäure zerlegt wird.
Magnesium ist ein wichtiges Mineral und an vielen Soffwechselvorgängen im menschlichne Körper beteiligt.
Stearinsäure führt als einzige gesättigte Fettsäure nicht zu einer Erhöhung des Cholesterinspiegels und vergrößert damit auch nicht das Risiko für die Entstehung von Herzerkrankungen. (1,2,3)

Bei der Lebensmittelherstellung wird Magnesiumstearat als Trenn- und Fließmittel eingesetzt. Es verhindert das Rohstoffe die Maschinen verkleben und hilft dabei Rohstoffe besser und gleichmässiger zu mischen.

Warum also die Angst vor Magnesiumsterat?
Von den „Gegnern“ von Magnesiumstearat wird häufig eine Studie (4) als Beweis für die Gefährlichkeit von Magnesiumstearat angeführt.
In dieser Studie wurden Ratten 3 Monate lang mit einem Nahrungsbrei gefüttert der 0%, 5%, 10% und 20% Magnesiumstearat enthielt.
Bei den 10% und 20% Guppen traten tatsächlich gesundheitliche Probleme auf, was bei den extrem hohen Dosierungen von Magnesiumstearat nicht wirklich verwundert. Die Dosis macht hier das Gift.

Bei Dosierungen von bis zu 5% Magnesiumsterat im Nahrungsbrei wurden keine Effekte festgestellt.

Daraus wurde dann eine Menge von 2500 mg Magnesiumstearat / kg Körpergewicht und Tag abgeleitet, die KEINE negativen Effekte auf den Körper hat. Auf einen 80 kg schweren Menschen übertragen bedeutet das eine gefahrlose Aufnahme von 200.000 mg oder 200 g Magnesiumsterat pro Tag.

Die tägliche Aufnahme von Stearinsäure über die Nahrung liegt, laut einer Studie aus den USA (5), bei ca. 7000 mg pro Tag. Da Stearinsäure als natürlicher Bestandteil in vielen Lebensmitteln (z.B. Salami, Camembert, Vollmilchschokolade) vorkommt ist das nicht weiter verwunderlich.

Wenn wir beispielsweise von 5 mg Magnesiumsterat pro Kapsel ausgehen, müssten wir jeden Tag 1400 dieser Kapseln einnehmen um die tägliche Aufnahme zu verdoppeln. Die aufgenommene Menge an Stearinsäure beträgt dann gerade mal 7% der als absolut sicher geltenden Tagesverzehrmenge.

Wohlgemerkt laut einer Studie, die von Magensiumsteratgegnern gerne zur Argumentation verwendet wird.

Auch liegen uns aktuell keine Studien vor, die bei wissenschaftlicher Betrachtung als Beleg für die negative Bewertung von Magnesiumstearat herangezogen werden können (6,7).

Wer behauptet eigentlich das Magnesiumsterat gefährlich sei?
Oft findet man Warnungen vor Magnesiumstearat auf Webseiten von Anbietern, die Produkte verkaufen, die kein Magnesiumstearat enthalten. Hier dienen die Aussagen dazu das eigene Produkt hervorzuheben.

Das Problem ist nur das viele diese Anbieter nicht etwa auf Trenn- und Fließmittel wie Magnesiumstearat verzichten, sondern dieses einfach durch andere Stoffe ausgetauscht haben. Neben Siliciumdioxid, Reismehl und Ascorbylpalmitat werden oft Fette und Öle (Palmöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl) eingesetzt, diese enthalten jedoch auch Fettsäuren. Diese Fettsäuren haben sehr oft viel schlechtere Eigenschaften als Stearinsäure.

Wann setzt die Firma NordFit Sporternährung Magnesiumstearat ein?
Wir setzen Magnesiumsterat nur dort ein, wo es produktionstechnisch nicht zu umgehen ist. Schon aus kaufmännischer Sicht macht der unnötige Einsatz von Hilfsstoffen keinen Sinn, denn auch diese Stoffe kosten Geld.

Welches Magnesiumsterat setzt NordFit Sporternährung ein?
Wir verwenden Magnesia 4264 der Firma Magnesia aus Lüneburg.

Magnesia 4264 ist ein  pharmazeutisches pflanzliches Magnesiumstearat, das nach der sogenannten direkten Methode hergestellt wird. Dies ist eine direkte Reaktion zwischen den Rohstoffen Magnesiumoxid und pflanzlicher Stearinsäure bei hoher Temperatur. Danach wird das Produkt vermahlen und verpackt.

Bei der Produktion werden nur Stearinsäure (aus Palmenöl) und Magnesiumoxid (mit mineralischem Ursprung) verwendet.

Referenzen

  1. Csallany AS, Seppanen CM, Fritz KL. Effect of high stearic acid containing fat on markers for in vivo lipid peroxidation. Int. J. Food Sci. Nutr. 2005; 56 (8): 567-79.
  2. Kelly FD, Sinclair AJ, Mann NJ, Turner AH, Abedin L, Li D. A stearic acid-rich diet improves thrombogenic and atherogenic risk factor profiles in healthy males. Euro. J. Clin. Nutr. 2001; 55 (2): 88-96
  3. Grundy SM. Influence of stearic acid on cholesterol metabolism relative to other long-chain fatty acids. Am. J. Clin. Nutr. 1994; 60 (6 Suppl.): 986S-990S
  4. Sondergaard D, Meyer O, Würtzen G. Magnesium stearate given orally to rats. A short term study. Toxicology. 1980; 17 (1): 51-5
  5. U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. What we eat in America, NHANES 2001-2002, individuals 2 years and over (excluding breast-fed children). http://www.ars.usda.gov/SP2UserFiles/Place/80400530/pdf/Table_1_BIA.pdf
  6. Anel A, Naval J, González B, Uriel J, Pineiro A. Fatty acid metabolism in human lymphocytes. II. Activation of fatty acid desaturase-elongase systems during blastic transformation. Biochim. Biopsy. Acta. 1990; 1044 (3): 332-9
  7. Tebbey PW, Buttke TM. Molecular basis for the immunosuppressive action of stearic acid on T cells. Immunology. 1990; 70 (3): 379-84